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Foto: Klaus Dyba

Daphne-Preis 2019 an Linn Reusse

Linn Reusse, Ensemblemitglied des Deutschen Theater Berlin, erhält den Daphne-Preis 2019 der TheaterGemeinde Berlin. Die Preisverleihung findet am Samstag, den 23.11.2019, im Deutschen Theater im Anschluss an die Aufführung Hekabe – Im Herzen der Finsternis (Beginn: 19.30 Uhr) statt.

Linn Reusse wurde 1992 in Berlin geboren. Sie studierte von 2012 bis 2016 an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Bereits vor und während ihres Studiums spielte sie Rollen im Theater (Deutsches Theater Berlin, Renaissance Theater, BAT Theater) sowie in Film- und Fernsehproduktionen (u. a. Die Rote Zora, Goethe!, Bloch). Bei den Nibelungen-Festspielen Worms spielte sie 2018 Swanhild in Siegfrieds Erben. Außerdem ist sie als Sprecherin für Hörspielproduktionen tätig. Seit der Spielzeit 2016/17 ist Linn Reusse Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin und in Hekabe – Im Herzen der Finsternis, Der Hals der Giraffe, der tempelherr, Westend, Hunger. Peer Gynt, Phädra, WUT, Die Glasmenagerie, Hundeherz sowie Väter und Söhne zu sehen.

Mit dem Publikumspreis Daphne macht die TheaterGemeinde Berlin seit 1976 auf herausragende junge Darsteller_innen der Berliner Kulturszene aufmerksam. In diesem Jahr waren rund 13.000 Mitglieder zur Abstimmung aufgerufen. Zur Wahl standen drei junge Künstlerinnen aus den Bereichen Schauspiel und Gesang, die zuvor vom Vorstand der TheaterGemeinde nominiert worden waren. Der Preis besteht aus einer Bronzeskulptur des deutschen Bildhauers und Schülers von Renée Sintenis, Karl-Heinz Krause. Sie zeigt die von Apoll, dem Gott der Musen, begehrte Nymphe Daphne. Bisherige Preis­träger_innen sind u. a. Polina Semionova (2004), Anna Prohaska (2008), Antonia Bill (2015), Moritz Gottwald (2016), Marcel Kohler (2017) und Sina Martens (2018).

 

Pressekontakt:

TheaterGemeinde Berlin:
Martin Holländer, Geschäftsführung
Tel. 030-212 96 351, Fax 030-212 96 353
martin.hollaender@tg-berlin.de

Deutsches Theater Berlin:
Lena Domeyer, Leitung Kommunikation
Tel. 030 28441-234
presse@deutschestheater.de

Im Vorfeld zur Preisverleihung hatten wir mit Linn Reusse gesprochen:

Wer/Was hat Sie dazu gebracht Schauspielerin zu werden?
Das ist schwer, an einzelnen Momenten festzumachen. Als Kind war es für mich das Schönste, mich zu verkleiden und mit Freunden kleine Sketche einzustudieren. Als ich dann mit 13 Jahren das Glück hatte, in einem Film mitzuspielen, war ich komplett überzeugt: Das ist es! Ich erinnere mich auch an einzelne Theaterbesuche, die mich tief beeindruckt und geprägt haben. Meine Familie, in der es einige Schauspieler gibt, hat mich auf meinem Weg immer unterstützt und mir Mut gemacht.
 
Welche Rolle möchten Sie unbedingt noch spielen?
Ich freue mich auf alles, was noch kommt. Aber wenn ich mir Rollen wünschen dürfte: Fräulein Julie von Strindberg, Judith von Hebbel und eine Figur, sei sie auch noch so klein, in einem Roy-Andersson-Film.
 
Welche Rollen würden Sie gern anderen überlassen?
Rollen mit Slapstick-Einlagen. Ich kann Slapstick zwar wunderbar im Alltag; ich verschütte ständig meinen Kaffee, werfe aus Versehen irgendetwas um und stolpere mehrmals am Tag – darin bin ich Meister. Aber auf der Bühne und vor allem auf Kommando funktioniert das dann leider nicht.
 
Für welchen Künstler würden Sie gern einmal kochen, und was würde es dann geben?
Für Sandra Hüller! Meine Kochkünste halten sich leider eher in Grenzen, aber ich würde mein (sehr einfaches) Lieblingsgericht „Himmel und Erde“ kochen. Ich hoffe, Frau Hüller wäre damit einverstanden.
 
Was reizt Sie am Beruf des Schauspielers und worauf würden sie gern verzichten?
Jede Produktion stellt mich vor neue Herausforderungen; seien es die unterschiedlichen Themen, die Textsorten, der neue Charakter oder die Spielform. Das macht den Beruf so spannend. Nur auf das stupide Textlernen zu Hause würde ich gern verzichten – das ist manchmal sehr mühsam.
 
Welches Theaterstück hätten Sie gern selbst geschrieben?
Kein Theaterstück, ein Buch: „Der Meister und Margarita“. Glücklicherweise (!) hat es Michail Bulgakow geschrieben und es gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.
 
Das Ende welches Theaterstücks würden Sie gern umschreiben und wie würden das dann aussehen?
Hippolyt sollte am Ende von „Phädra“ nicht sterben, sondern mit Aricia zusammen à la Bonny und Clyde durchbrennen.
 
Wenn Sie die Daphne spielen müssten, wer wäre dann Ihr Wunschdarsteller für den Apollon?
August Diehl – Mit ihm zu spielen, wäre sehr aufregend für mich und ich würde vor allem beobachten wollen, wie er arbeitet.
 
Welchen Platz in Ihrer Wohnung haben Sie für die Daphne-Skulptur ausgesucht?
Von meinen Großeltern habe ich eine wunderschöne alte Holzkommode, in der ich allerlei Erinnerungen sammle. Dort obenauf bekommt die Daphne-Skulptur einen Ehrenplatz!