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Cesar Klein – ein moderner Universalkünstler

Ein Kultursponsoringprojekt der TheaterGemeinde Berlin

Anlässlich des 150. Geburtstags von Cesar Klein zeigt das Bröhan Museum vom 15. Oktober 2026 bis 29. März 2027 die Ausstellung „Cesar Klein. Bild, Raum, Bühne“. Im Mittelpunkt steht ein Künstler, der Malerei, Gestaltung, Architektur, Theater und Film auf besondere Weise miteinander verband.

Ein zentraler Bestandteil der Ausstellung entsteht mit Unterstützung der TheaterGemeinde Berlin: Ein historischer Bühnenbildentwurf Cesar Kleins wird als dreidimensionales Theatermodell rekonstruiert und damit nach mehr als 100 Jahren wieder räumlich erfahrbar.

Cesar Klein, Bühnenbildentwurf für „Zurück zu Methusalem“, 1925

Das Kultursponsoringprojekt

Grundlage des Modells ist Cesar Kleins Bühnenbildentwurf für George Bernard Shaws Stück „Zurück zu Methusalem“. Der Entwurf entstand 1925 für eine Inszenierung unter der Regie von Victor Barnowsky am Theater in der Königgrätzer Straße in Berlin.

Die Umsetzung übernimmt Pheli Rohé, Kunst- und Ausstellungsproduktion. Auf Grundlage des historischen Entwurfs entsteht ein Modell im Maßstab 1:15, das anschließend in der Ausstellung präsentiert wird.

Aus einem zweidimensionalen Entwurf wird so wieder ein räumliches Bühnenbild. Besucherinnen und Besucher können nachvollziehen, wie Cesar Klein Perspektive, Architektur, Fläche und Raum miteinander verbunden hat.

Mit ihrer Förderung ermöglicht die TheaterGemeinde Berlin die Rekonstruktion und macht damit zugleich einen wichtigen Aspekt der Theatergeschichte anschaulich: den Wandel von der gemalten Kulisse hin zum gebauten Bühnenraum.

Erste Visualisierungen von Pheli Rohé

Vom Entwurf zum Modell

Der Bühnenbildentwurf für „Zurück zu Methusalem“ wurde bewusst für das Projekt ausgewählt. An ihm lässt sich besonders gut nachvollziehen, wie sich das Bühnenbild zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der gemalten Kulisse hin zum gebauten Bühnenraum entwickelte.

Statt einer traditionellen, illusionistisch gemalten Kulissenlandschaft entwirft Klein einen klar gegliederten Raum mit architektonischen Elementen und einer markanten, perspektivisch in die Tiefe führenden Treppenkonstruktion. Das Bühnenbild ist damit nicht mehr nur Hintergrund, sondern wird selbst zum räumlichen Bestandteil der Inszenierung.

Was auf dem historischen Entwurfsblatt nur als Perspektive erscheint, wird im Modell tatsächlich räumlich und aus unterschiedlichen Blickwinkeln erlebbar.

Erste Visualisierungen von Pheli Rohé geben bereits einen Eindruck von den geplanten Proportionen und Abmessungen. Im weiteren Verlauf wird das Modell Schritt für Schritt gebaut und schließlich in die Ausstellung integriert.

Portrait Cesar Klein um 1915

Cesar Klein

Cesar Klein war Maler, Zeichner und Grafiker, gestaltete aber ebenso Mosaike, Glasfenster, Möbel und ganze Innenräume. Nach dem Ersten Weltkrieg begann seine intensive Arbeit für Theater und Film. In der Weimarer Republik entwickelte er sich zu einem der gefragtesten Bühnenbildner im deutschsprachigen Raum.

Für Klein war das Bühnenbild nicht nur Dekoration. Raum, Farbe und Licht waren für ihn eng mit der Inszenierung verbunden und wurden zu einem Mittel, Stimmung, Rhythmus und Dramaturgie eines Stückes sichtbar zu machen.

Diese Entwicklung fiel in eine Zeit großer technischer Veränderungen im Theater. Elektrisches Licht, Drehbühnen und hydraulische Podien eröffneten neue Möglichkeiten. An die Stelle flacher, gemalter Kulissen trat zunehmend der dreidimensional gebaute Bühnenraum.

Theater, Kino und Film

Kleins Interesse an Raum und Inszenierung reichte weit über die Theaterbühne hinaus.

Bereits 1913 war er an der Ausstattung des Marmorhauses am Kurfürstendamm beteiligt. 1920 arbeitete er an der Ausstattung des expressionistischen Stummfilms „Genuine – Die Tragödie eines seltsamen Hauses“ unter der Regie von Robert Wiene.

1924 schuf er ein Deckengemälde für die Berliner Kroll-Oper. Zwei Jahre später gestaltete er Teile der Innenausstattung des Renaissance-Theaters in Berlin, darunter ein großformatiges Intarsienwandbild, das bis heute erhalten ist.

Diese Arbeiten zeigen, wie selbstverständlich sich Cesar Klein zwischen Malerei, Raumgestaltung, Bühne und Film bewegte. Gerade das Berlin der Weimarer Republik bot ihm dafür ein ideales Experimentierfeld.

Weitere Informationen zu Leben und Werk Cesar Kleins sowie zu seinem Schaffen für Bühne und Raum vermittelt die Ausstellung „Cesar Klein. Bild Raum Bühne“ im Bröhan-Museum.

Mehr zur Ausstellung im Bröhan-Museum

Cesar Klein mit Fern Andra am Set von „Genuine“, 1920
Fotos: Jubal Battisti, Innenausstattung - Renaissance Theater Berlin