
Nur für Verrückte
Zoo PalastNur für Verrückte, Tragikkomödie, Regie Mathias Lehmann, Deutschland 2026, 79 min
mit Jochen Nickel, Margret Völker, Eckhardt Preuss, Genoveva Mayer
Im Anschluss an das Screening beantworten der Hauptdarsteller Jochen Nickel und der Regisseur Matthias Lehmann sowie die Schauspielerin Magret Völker in einem Q&A Ihre Fragen zum Film.
10. Oktober 2026. 11 Uhr
Zoo Palast Berlin
incl. Sektempfang und Saalverlosung
Seit dem Tod seiner Frau hat Georg vor allem eines verloren: den Lebensmut. Sich ausgerechnet in seine Therapeutin zu verlieben, erweist sich erwartungsgemäß als wenig erfolgversprechend. In einem Moment akuter Verzweiflung nimmt Georg den Föhn mit in die volle Badewanne. Man könnte sagen: Es läuft nicht gut. Ausgerechnet jetzt klingelt es an der Tür. „Ich bin dein Bruder!“, sagt ein völlig Fremder freundlich. Uwe, so heißt der Mann, macht es sich nicht nur im benutzten Badewasser gemütlich, sondern sehr schnell auch in Georgs Leben. Dass Uwe nicht mehr lange zu leben hat, erfährt Georg eher beiläufig. Und plötzlich bekommt seine Existenz wieder ein Ziel: Uwes letzten Wunsch zu erfüllen. Der gemeinsame Besuch einer Cocktailbar setzt ungeahnte Energien frei und eine Kette kurioser Ereignisse und Begegnungen in Gang... bis eigentlich nur noch eines fehlt: der richtige Moment für den Liebesantrag an seine Therapeutin.
„…Was würdest du machen, wenn du erfährst, dass du nicht mehr lange zu leben hast“? – „Einkaufen!“. So lakonisch klingen die Dialoge dieser amüsant nachdenklichen Komödie. Oder: „Bist du eine Frau?“, fragt das Kind vor der Boutique. „Weiß ich nicht!“, kommt als Antwort. Oder: „Glaubst du an das Leben auf anderen Planeten?“ – „Ich glaube sogar an das Leben auf der Erde!“. Als zitierfähig präsentiert sich allemal der Titel, stammt er doch aus Hermann Hesses „Der Steppenwolf“ von 1927. Dort ziert der Spruch jene mysteriöse Eintrittskarte für das „Magische Theater“, die dem Helden Harry Haller zugesteckt wird. Es wird sein Ticket zur Selbstfindung, eine Einladung, sich von Konventionen zu lösen, das Unbewusste zu erforschen und die starren gesellschaftlichen Rollen abzulegen. Die höchste Stufe der Erkenntnis im Theater ist der Humor. Dieses Prinzip macht auch der Film sich zu eigen und geht dabei angenehm unangestrengt vor.
…Für sein Drehbuch von „Sterben ist auch keine Lösung“ bekam Matthias Lehmann 2021 beim Festival des deutschen Films von Ludwigshafen den Rheingold Publikumspreis. Bei seiner eigenen Regiearbeit geht er nun all in: „Mehr rigorose Filme wagen!“ lautet das Motto der nachdenklichen Komödie mit „Steppenwolf“-Anklängen. In kontrastreichem Schwarzweiß inszeniert, versammelt er ein Panoptikum seltsamer Figuren samt kurioser Situationen. Jochen Nickel und Eckhard Preuss spielen die schrägen Vögel mit sichtlichem Vergnügen und geben dem Affen Zucker. An der wundersamen Wundertüte von Wendungen sollte man sich besser nicht stören: Schließlich ist es eine Komödie, nur für Verrückte…”
Dieter Oßwald
Zoo Palast
Hardenbergstraße 29a
10623 Berlin
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