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Kino

Gavagai

Zoo Palast

Gavagai, Drama, Regie Ulrich Köhler, Deutschland/Frankreich 2025, 91 mm
mit Jean-Christophe Folly, Maren Eggert, Nathalie Richard, Anna Diakhere Thiandoum
Im Anschluss an das Screening beantwortet der Regisseur Ulrich Köhler in einem Q&A Ihre Fragen zum Film.  
21. November 2026. 11 Uhr
Zoo Palast Berlin
incl. Sektempfang und Saalverlosung
 

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Synopsis:
Bei den turbulenten Dreharbeiten zu einer Medea-Verfilmung im Senegal flüchtet sich Maja in eine Affäre mit ihrem Co-Star Nourou. Monate später treffen sie sich bei der Premiere des Films in Berlin. Alte Gefühle flammen auf, aber ein rassistischer Vorfall belastet ihr Wiedersehen. Die Spannungen werden nicht kleiner, als jeder versucht, das Richtige zu tun. Während sich die antike Tragödie auf der Leinwand zuspitzt, entfaltet sich ein zeitgenössisches Drama.

An der Küste des Senegal dreht die weiße französische Regisseurin Caroline Lescaut (Nathalie Richard) mit einem weitgehend afrikanischen Cast eine eigenwillige moderne Adaption der antiken griechischen Tragödie Medea. Während der turbulenten Dreharbeiten in Dakar lässt sich die verheiratete deutsche Medea-Darstellerin Maja (Maren Eggert)  auf eine Affäre mit ihrem senegalesischen Co-Star Nourou Cissokho (Jean-Christophe Folly) ein, der Medeas Ehemann Jason verkörpert.
Einige Monate später reist Nourou nach Berlin, wo das fertige Werk auf den Filmfestspielen Premiere feiert. Das Wiedersehen mit Maja wird überschattet von einem hässlichen Vorfall am Hoteleingang: Ein polnischer Wachmann drangsaliert Nourou – offenbar nur weil dieser Schwarz ist. Die empörte Maja interveniert und sorgt dafür, dass der übergriffige Wachmann seinen Job verliert. Maja und Nourou nehmen ihre heimliche Liaison wieder auf. Auf einer Pressekonferenz sieht sich die Regisseurin mit unangenehmen Fragen und Vorwürfen zur identitätspolitischen Machart des Films konfrontiert. Mit großer Nervosität fiebern Caroline, Maja und Nourou der Premiere im Berlinale-Palast entgegen. Als sie endlich im Kino sitzen und den Film anschauen, verlässt Nourou plötzlich den Saal… 

Ulrich Köhler über seine Interpretation des Medea Mythos:

“Mich hat Medea schon immer fasziniert – aber nicht als irrationale von Gefühlen und Trieben gesteuerte, eifersüchtige Kindsmörderin. Für mich ist Medea eine Frau, die sich weigert in die Opferrolle gedrängt zu werden und dadurch zur Terroristin wird. Unsere Regisseurin im Film verlegt Medea nach Afrika, wo sie von einem afrikanischen Volk verstoßen wird. Diese Umkehrung soll unbewusste rassistische Denkgewohnheiten aufbrechen, birgt aber die Gefahr, Jahrhunderte der Entmenschlichung und Unterdrückung afrikanischer Völker durch uns Europäer zu relativieren. Auf diesen Vorwurf ist Caroline nicht vorbereitet. Mit dem Film-im-Film konnte ich künstlerische Risiken eingehen, die ich mir selbst nie erlauben würde. Ich persönlich finde es tausendmal spannender mit einem künstlerischen Experiment zu scheitern, als ein Well made Play oder algorithmus-gesteuerte Serien zu machen."

Zoo Palast
Hardenbergstraße 29a
10623 Berlin

tägl. von 11–19 Uhr (14 Cent/Min. aus dem Festnetz, max. 42 Cent/ Min. aus dem Mobilfunknetz)

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