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Foto: Veranstalter
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La BETTLEROPERa

Veranstaltungstipp

Die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht mit Kurt Weills Musik ist ein Dauerbrenner auf  deutschen Bühnen. Sehr viel weniger bekannt ist das 200 Jahre ältere Stück, auf das sie zurückgeht – Brechts Fassung nämlich nur eine Adaption: Die „Beggar’s Opera“ von John Gay (Text) und Christoph Pepusch (Musik), 1728 in London uraufgeführt. Sie ist selten zu hören, in Berlin etwa 2009 beim Festival Schloss Britz – und jetzt ab 19. Oktober bei der Neuköllner Oper, unter dem versalienfreudigen Titel „La BETTLEROPERa“. Natürlich nicht in der Originalfassung, denn schon die lädt ja dazu ein, das Stück zu bearbeiten, zu dynamisieren, weiterzudenken. Aber auch hier ist sie Story im Diebes-, Hehler- und Wegelagerermilieu angesiedelt, auch hier ist der „ehrenwerte“ Herr Peachum nicht gerade erfreut darüber, dass seine Tochter Polly den Frauenhelden Macheath geheiratet hat. Es gibt nur eine Lösung: Macheath muss dran glauben, damit Peachum wenigstens das Kopfgeld kassiert.

Moritz Eggert hat dafür völlig neue Musik komponiert: 14 instrumentale Passagen, 30 Songs, Duette und Ensembles. Man hat Eggert, obwohl er mit 51 Jahren bereits ein beeindruckendes Oeuvre aus 15 Opern und viel Ballett-, Kammer- und Orchestermusik geschaffen hat, nicht so richtig auf dem Schirm. Am bekanntesten wurde er wohl, als Christoph Schlingensief 2007 in Bonn die Inszenierung seiner Oper „Freax“ abbrach und stattdessen den Film „Fremdverstümmelung 2007 – Freax – ein Diskurs über Behinderungen in der Oper“ präsentierte. Konflikte, wie sie in Berlin nicht zu erwarten sind. Obwohl es auch hier viele Mitwirkende gibt, schließlich sollen Tanz, Schauspiel und Musiktheater ganz im Geist des Originals miteinander verschmelzen. Beteiligt sind die italienische Kompagnie Balletto Civile und das Musikerensemble Freiraum Syndikat aus Leipzig, die auf Blockflöte, E-Gitarre, Cello, Schreibmaschine und Waschbrettern spielen. Kurt Weill wäre wohl entzückt. Die Produktion ist auch bereits zum Kurt Weill Fest 2018 nach Dessau eingeladen.

Udo Badelt

Kartenbestellung: www.tg-berlin.de/nc/tickets/ticketauswahl/insz/D087CE1C-1979-E711-80E4-001C42C40C96.html