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Igor Vidor, A Praga, 2020, Still, © Igor Vidor
Igor Vidor, A Praga, 2020, Still, © Igor Vidor
Museen

Igor Vidor- Im IBB-Videoraum

Berlinische Galerie

Igor Vidor untersucht Mechanismen von Unterdrückung und Macht sowie ihre Manifestation in Objekten oder sozialen Codes in unterschiedlichen, meist urbanen Kontexten in Brasilien. In Skulpturen, Perfomances und Videos zeigt er Zeichen von tief verwurzelter Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit im alltäglichen Leben der Menschen. Er reflektiert, wie sich diese Verhältnisse durch die Politik in Brasilien immerwährend wiederholen. Seine neuen Arbeiten analysieren den Einfluss und die Verantwortung der USA sowie europäischer Länder an der Verbreitung
von Gewalt in Brasilien und Lateinamerika durch die Produktion und den Handel von Waffen.

In der Berlinischen Galerie werden vom 10.9 bis 4.10.21 „v.a. 4598 (Rio Olympics)“ (2016,
15 Min.), „Carne e Agonia“ (Fleisch und Agonie) (2018, 9:38 Min.) sowie die neue Arbeit „A Praga“ (Die Plage) (2020) präsentiert.

„v.a. 4598 (Rio Olympics)“ zeigt den Künstler in einer ruinenhaften Landschaft. Während der Bauarbeiten für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro wurden tausende Familien der Vila Autódromo dazu gezwungen, ihre Wohnungen für immer zu verlassen. Die Häuser wurden abgerissen, um Raum für die Sportveranstaltung zu schaffen. Vidor begleitete
diesen Prozess zwei Jahre lang und entwickelte gemeinsam mit den Einwohner*innen eine Video-Performance.

Für „Carne e Agonia“ (Fleisch und Agonie) wurden Drogenhändler:innen und Polizist:innen
die gleichen Fragen gestellt. Ihre Antworten offenbaren ähnliche Aussagen im Gewaltszenario des sogenannten „Krieg gegen Drogen“. Die Bilder in Zeitlupe  eigen eine Reihe von Geschosseinschlägen auf ballistische Gelatine. Diese kriminaltechnischen Versuche werden von Munitionsfirmen durchgeführt, um zu testen, wie tödlich die Waffen sind, und wie diese verbessert werden können.

„A Praga“ (Die Plage) stellt Aufnahmen aus Oberndorf am Neckar in Baden-Württemberg und vom Künstler gesammelte Ausschnitte von Polizeieinsätzen gegenüber. Der Film untersucht die fatalen Verbindungen zwischen der deutschen Kleinstadt, der dort ansässigen Waffenindustrie und dem über hundert Jahre währenden Export von Gewalt ins Ausland durch deutsche Waffen.

Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin

Öffnungszeiten
Mi-Mo 10-18 Uhr

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