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Wieland Förster: Weiblicher Torso (halbliegend), 1978, Privatsammlung. © VG Bild-Kunst, Bonn 2020.
Wieland Förster: Weiblicher Torso (halbliegend), 1978, Privatsammlung. © VG Bild-Kunst, Bonn 2020.
Museen

WIELAND FÖRSTER – SKULPTUREN AUS 50 JAHREN

Kunsthaus Dahlem

Ausstellungsdauer: 21. Juni – 18. Oktober 2020

Am 12. Februar 1930 wird in Dresden der Bildhauer und Schriftsteller Wieland Förster geboren. Als junger Mann erlebt er den Krieg und die Bombardierung seiner Heimatstadt. Im Alter von 16 Jahren wird er wegen angeblichem Waffenbesitz für drei Jahre in Bautzen inhaftiert. Nach seiner Entlassung widmet er sich der Bildhauerei zunächst in Abendkursen, bevor er an der Dresdner Hochschule bei Walter Arnold (1909–1979) studiert. In Ost-Berlin setzt er eine Ausbildung bei Fritz Cremer (1906–1993) fort. Seine bildhauerische Auffassung bleibt von den Vorgaben und Richtungsweisungen der ostdeutschen Hochschulen weitgehend unberührt, Förster macht sich ein eigenes Bild seiner Zeit und ihrer künstlerischen Strömungen – ihn interessieren vor allem Künstler wie Aristide Maillol (1861–1944), Alberto Giacometti (1901–1966) und Henry Moore (1896–1986). In West-Berlin trifft er zudem den Bildhauer Bernhard Heiliger (1915–1995). Die öffentliche Feme gegen Heiliger in Dresden hat Förster auf den Berliner aufmerksam werden lassen. So beginnt Anfang der 1950er Jahre ein freundschaftlich kollegialer Austausch, der Jahrzehnte andauern soll.

Försters eigenständiger Weg fordert die Regierung der DDR heraus. Im Kopf der »Gelähmten« sieht der damalige Kulturminister Klaus Gysi 1965 gar eine Beleidigung des sozialistischen Menschen. Förster erhält Ausstellungsverbot. Doch der Künstler hat auch prominente Fürsprecher und seine Bedeutung im Kunstgeschehen kann nicht in Abrede gestellt werden. Aus diesem Grund wird er schließlich Vizepräsident und ordentlicher Professor an der Kunstakademie der DDR.

Anlässlich seines 90. Geburtstages widmet das Kunsthaus Dahlem diesem bedeutenden deutschen Bildhauer nun eine Werkschau mit Skulpturen aus 50 Jahren, in denen sowohl formale und stilistische Entwicklungen dargestellt werden, als auch Bezug genommen wird auf Försters Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ebenso wie mit seiner eigenen Biografie.

Die Werkauswahl im ehemaligen Atelier Bernhard Heiligers, das sich im Ostflügel des Hauses befindet, hat Wieland Förster getroffen. Er stellt damit dar, welche Ansätze im Werk des etwas älteren Künstlers für ihn beeindruckend, prägend oder bedeutsam gewesen sind und zum eigenen Œuvre in einem formalen Dialog stehen.

Kunsthaus Dahlem
Käuzchensteig 8
14195 Berlin

Öffnunszeiten
Mi–Mo 11–17 Uhr

KULTURplus Vorteil: ermäßigter Eintrittspreis + das ermäßigte Kombiticket mit dem Brücke-Museum.