Fotogalerie Daphne 2004


Polina Semionova, erste Solistin des Staatsballetts Berlin, erhielt am 10. Januar 2005 den DAPHNE-Preis 2004 der TheaterGemeinde e.V. Berlin für herausragende tänzerische Leistungen.

Die gebürtige Moskauerin Polina Semionova absolvierte die berühmte Bolschoi-Ballettschule. Vladimir Malakhov engagierte die junge Ballerina 2002 direkt nach ihrer Ausbildung als Erste Solistin. Polina Semionova hat bereits die großen Rollen getanzt: die Marie in Nussknacker, die Aurora in Dornröschen, die Nikia in Die Bajadere, die Odette/Odile in Schwanensee.

Die Preisverleihung durch die Vorsitzende der TheaterGemeinde Traute Grandke fand am 10. Januar 2005 in der Staatsoper Unter den Linden im Anschluss an die Vorstellung von Die Bajadere statt. Polina Semionova tanzte an diesem Abend an der Seite von Vladimir Malakhov.
Anschließend lud der Vorstand der TG Berlin zum Empfang in den Apollo-Saal der Staatsoper. Zu den über 550 Gästen zählten neben der Preisträgerin, vielen Ensemblemitgliedern und der Leitung des Staatsballetts Berlin zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kultur sowie rd. 450 Mitglieder der TG Berlin, die für diesen Abend Kaufkarten erworben hatten.

Das Medienecho auf die Verleihung des DAPHNE-Preises war beachtlich: Drei Fernsehsender (RBB Fernsehen, Deutsche Welle und der russische TV-Sender NTV) sowie zwei Rundfunkstationen dokumentierten die Veranstaltung. Außerdem veröffentlichten u. a. Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost, B.Z. und Frankfurter Allgemeine Zeitung Artikel über die Preisverleihung und die Preisträgerin.

 

Polina Semionova - Daphne-Preisträgerin 2004

Polina Semionova Wie eine Bilderbuchkarriere mutet er an, der Werdegang von Polina Semionova. Gerade mal 20 Jahre alt, gilt sie schon als aufgehender Stern am Balletthimmel. Das Publikum der Hauptstadt hat die Jungballerina im Sturm erobert. Etwas schier Unglaubliches geschah: Die Berliner gerieten ins Schwärmen als wären sie Russen. Die gebürtige Moskauerin kam früh mit dem Tanz in Berührung. Mit den Eltern besuchte sie die Aufführungen des Bolschoi-Balletts. "Dornröschen" war ihr Lieblingsballett. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Bolschoi-Ballettschule, einer der härtesten Kaderschmieden Russlands. Vladimir Malakhov hat sie dort beim Training gesehen und gleich ihre überragende Begabung erkannt.

Nach Abschluss der Schule hat er sie vom Fleck weg engagiert. Noch nicht ganz 18 und schon Erste Solistin - das hätte natürlich Neider auf den Plan rufen können. Doch Polina kam, tanzte und siegte. Mit ihrem stupenden Können, ihrer eisernen Disziplin und ihrer Hingabe hat sie alle überzeugt. Obwohl sie bereits auf MTV zu sehen war - in einem Herbert-Grönemeyer-Video - , tritt sie liebenswürdig und bescheiden auf. Und lässt keine Zweifel daran, dass sie Ihre Träume lieber auf der Bühne auslebt.

Leicht ist es ihr nicht gefallen, ihre Familie und Heimat zu verlassen, in ein fremdes Land zu gehen, dessen Sprache sie nicht spricht. Doch ihr Vater hat ihr gut zugeredet. "Polina, Du musst jetzt eine schwierige Entscheidung treffen, aber Du wirst sehen, danach wird es leichter werden." Er hat recht gehabt. Es ist schon atemberaubend, mit welcher Leichtigkeit sie die ersten Schritte zum Ruhm absolvierte, welches Tempo sie vorlegte, um sich ein anspruchsvolles Repertoire zu erarbeiten.

Vladimir MalakhovIn Malakhov hat sie einen wunderbaren Mentor gefunden. Der hat seine Jungballerina gleich mit den großen Rollen betraut: die Marie in "Nussknacker", die Aurora in "Dornröschen", die Nikia in der "Bajadere", die Odette/Odile in "Schwanensee" - lauter Triumphe für Polina Semionova. Sie brillierte an der Seite von Traum-Partnern wie Roberto Bolle, Vladimir Malakhov und Artem Shpilevsky, auch er einer der Jungstars des Staatsballetts Berlin. Und in seiner Neufassung von "Cinderella" hat Malakhov ihr die Titelrolle auf den Leib geschrieben.

Für Prinzessinnenrollen ist Polina Semionova die ideale Besetzung - zugleich schafft sie es, allen äußerlichen Glamour vergessen zu machen. Die Moskauerin hat nicht nur eine tadellose Technik. Mit einer edlen Statur von filigraner Schönheit triumphiert sie über alle Erdenschwere. Ihre Rollen interpretiert sie so frisch und anmutig, dass aller Staub von den Klassikern fällt.

Ihr letzter Triumph: die Sieglinde in Maurice Béjarts monumentalem Wagner-Ballett "Ring um den Ring". Der jungen Liebenden verleiht sie eine emotionale Intensität und eine betörende Sinnlichkeit. Kein Zweifel: Polina Semionova ist auf dem besten Weg, auch eine große Darstellerin zu werden.

Sandra Luzina